Spätsommer TCM

Spätsommer in der TCM

Die Zeit der Mitte und des Übergangs

Der Spätsommer ist in der TCM mehr als nur eine Jahreszeit – er ist eine Wandlungsphase, die unser körperliches und emotionales Gleichgewicht tiefgreifend beeinflusst.

Einführung: Die fünfte Jahreszeit in der TCM

In der westlichen Medizin kennt man vier Jahreszeiten. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) jedoch spricht man von fünf Wandlungsphasen, die den fünf Elementen zugeordnet sind: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser.

Der Spätsommer bildet dabei eine eigene Phase – die Wandlungsphase Erde – und steht zwischen dem Hochsommer und dem Herbst. Diese Phase ist laut dem Klassiker Huang Di Nei Jing („Der gelbe Kaiser“) besonders bedeutend, da sie die Energie des Zentrums verkörpert.

Die Wandlungsphase Erde – Zentrum und Balance

Das Element Erde steht in der TCM für:

Zentrierung und Stabilität

Verdauung und Ernährung

Fürsorge und Ausgeglichenheit

Transformation – körperlich wie emotional

 

In dieser Zeit verlangsamt sich die nach aussen gerichtete Yang-Energie des Sommers, und das Qi beginnt, sich zurück ins Innere zu bewegen. Es ist die Zeit der Sammlung und Integration. Körper und Geist brauchen jetzt mehr Ruhe, mehr Klarheit und mehr Pflege.

Auf welche Organe wirkt der Spätsommer?

Dem Erdelement sind zwei zentrale Funktionskreise zugeordnet:

Milz (Pi) – in der TCM zuständig für die „Transformation“ von Nahrung in Qi und Feuchtigkeit

Magen (Wei) – verantwortlich für die „Reifung und Gärung“ der aufgenommenen Nahrung

 

Ist diese Phase im Ungleichgewicht, kann es zu Beschwerden kommen wie:

  • Müdigkeit oder Energielosigkeit

  • Appetitlosigkeit oder Heisshunger

  • Verdauungsprobleme (Völlegefühl, Blähungen, weicher Stuhl)

  • Grübeleien, Sorgen, innere Unruhe

Was braucht der Mensch im Spätsommer?

Aus Sicht der TCM ist der Spätsommer die beste Zeit, um den Körper zu stärken, das Immunsystem zu stabilisierenund seelisch zur Ruhe zu kommen.

Empfehlungen aus dem Huang Di Nei Jing:

  1. Ernähre dich warm und leicht

    Gekochte Speisen, milde Gewürze, wenig Rohkost – damit entlastest du Magen und Milz. Ideal sind z. B. gekochtes Gemüse, Getreidebrei, Kürbis, Karotten, Hirse, Reis.

  2. Reduziere Süsses – aber setze auf natürlichen Geschmack

    Der süsse Geschmack gehört zum Erdelement. Doch zu viel davon (v. a. Zucker) schadet der Mitte. Natürliche Süsse aus Karotten, Datteln oder Süsskartoffeln ist nährend.

  3. Pflege dein inneres Gleichgewicht

    Achtsamkeit, Qi Gong, bewusste Pausen – all das hilft, das Gedankenkarussell zu beruhigen. Die TCM sagt: „Wenn die Milz leidet, denkt der Mensch zu viel.“

  4. Richte deinen Alltag nach dem Rhythmus der Erde

    Früh schlafen, früh aufstehen, regelmässig essen – die Erde liebt Struktur und Beständigkeit.

  5. Nutze Qi Gong zur Zentrierung

    Die sanften, fliessenden Bewegungen helfen dabei, das Qi in der Mitte zu sammeln und die Organe zu stärken. Besonders empfehlenswert: Qi Gong der 4 Jahreszeiten.

 

Fazit: Der Spätsommer als Chance zur Regeneration

 

Der Spätsommer ist keine Zeit des Rückzugs, sondern der inneren Festigung. Wer jetzt gut für sich sorgt, schafft eine stabile Basis für den Übergang in den Herbst – sowohl körperlich als auch seelisch.

Nutze die Kraft des Erdelements, um dich zu nähren, zu stabilisieren und deine Mitte zu stärken. Denn wie es im „Gelben Kaiser“ heißt:

„Wer seine Mitte nährt, wird vom Herbstwind nicht erschüttert.“

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